4 Menschen

4 Menschen traten in das PaRDeS hinein – das ist eine alte Geschichte aus dem Talmud, die mich nun schon seit Monaten beschäftigt. Die Reihe MENTSCH WERDEN ist daraus entstanden: Wie gehen wir angemessen mit dem um, was uns anvertraut wurde?

PaRDeS ist das hebräische Wort für Garten oder Paradies – mit ein wenig Phantasie kann man das deutsche Wort „Paradies“ dort herauslesen. 4 Menschen traten in das Paradies hinein, in die Gegenwart Gottes. Diesen Ort, vor dem Gott die Cherubim lagern ließ mit „dem flammenden, blitzenden Schwert, zu bewachen den Weg zu dem Baum des Lebens“. (Gen 3,24)

Und wie die Cherubim sich davor lagern, so ist es ein gefährlicher Weg: Einer der Menschen stirbt, einer wird wahnsinnig, einer wird ein Leugner des Glaubens und nur einer tritt heil hinein und wieder hinaus. Um diese 4 Menschen geht es in MENTSCH WERDEN: Was für eine Lehre können uns diese Vier geben?

Die meisten werden sagen, dass sie Gott nie begegnet sind. Und sicher gehören wir nicht zu den wenigen, die wie Jesaja direkt vor dem Thron Gottes standen und eine Offenbarung und einen Auftrag erhielten, der ihr Leben nun für immer in eine andere Richtung drängte. Und doch gibt es einen Moment der Gottesbegegnung für jeden Menschen. Der Moment seiner Erschaffung. Der Moment, in dem Gott spricht und in dem wir zu dem ganz natürlichen Menschen geprägt werden, der wir sind. Jenseits von Genen, Geburt und Erziehung sind wir durch Gottes Reden geschaffen.

Da ist etwas Heiliges. Etwas Umwerfendes. Etwas Faszinierendes. Etwas, das unser Leben ausmacht. Uns als Menschen ist mit unserem Charakter, unseren Fähigkeiten, unserer Beschaffenheit etwas anvertraut worden. Etwas, das uns ins Staunen versetzt, wenn wir es erkennten. Etwas, das uns mit Lobpreis erfüllt. Etwas, das etwas von der Herrlichkeit Gottes widerspiegelt. Wie gehen wir in angemessener Weise mit dem um, was uns anvertraut wurde?

Der Moment unserer Schaffung ist nicht das letzte Mal unserer Gottesbegegnung. Menschen erzählen zu allen Zeiten, in allen Kulturen und Gegenden der Welt von der Begegnung mit Gott, mit Engeln, mit dem Raum des Übernatürlichen. Der moderne Mensch ist da sehr überheblich und ahnungslos, wenn er diese vielen Zeugnisse einfach leugnet. Was tut diese Begegnung mit dem Übernatürlichen mit einem Menschen? Wie begegnet jemand Gott, ohne zu sterben? Einem Engel, ohne wahnsinnig zu werden? Dem Übernatürlichen, ohne zum Verächter des Guten zu werden? Wie geht ein Mensch in angemessener Weise mit dem um, was ihm in dieser Begegnung anvertraut wurde?

MENTSCH WERDEN schreibt von dieser Begegnung mit Gott – sei es im Natürlichen oder im Übernatürlichen und davon, was diese Begegnung mit einem Menschen tun kann. Sie gründet sich auf der alten Geschichte aus dem Talmud und der heutigen Auslegung des Rabbi Ariel Bar Tzadok: „The Lessons of the Four Who Entered the PaRDes“.


Die ganze Reihe MENTSCH WERDEN – Wie gehen wir in angemessener Weise mit dem um, was uns anvertraut worden ist?
#0 Vier MENSCHEN || #1 FUNKENSCHLAG || #2 DONNERSCHLAG || #3 GEERDET
#4 UNTER STROM || #5 FEUER VOM HIMMEL