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Und der HERR wandte das Geschick Hiobs,
als er für seine Freunde Fürbitte tat.
Hiob 42,10

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Hiob hatte allen Grund sich zu beschweren. Ein Sturm durchzog sein Leben – Haus, Hof, Herden: Sein ganzer Besitz wurde zerstört. Seine Kinder getötet. Fiebrig, niedergeschlagen, juckten die eitrigen Geschwüre. Seine Frau schimpfte über seinen Mundgeruch. Aber all‘ das war noch nicht das Schlimmste.

Gut meinende Freunde waren dabei ihm, den Rest zu geben. Vorgeschickt von einem wütenden Mob, der mit Hiob ebenso alles verloren hat, bedrängten sie ihn. Mobbten ihn mit endlosen Vorträgen, endlich seine Schuld zu gestehen: „Was hast Du verbockt, dass so viel Unglück in unser Leben gekommen ist?“ Sie waren dabei, ihn als Sündenbock in die Wüste zu schicken.

Der Sturm in Hiobs drehte sich nicht. Er legte sich. Das Schicksal wendete sich nicht von Hiob gegen einen Anderen. Es wurde einfach alles wieder gut. Der entscheidende Moment war nicht, dass Gott auftauchte und Hiob gegen seine Freunde recht gab. Gott wandte das Schicksal Hiobs, als er für seine Freunde Fürbitte tat.

Stürme kommen in unser Leben. Nicht immer, vielleicht sogar selten können wir eine Erklärung dafür finden. Wir können jedoch herausfinden, wie wir uns im Sturm des Lebens verhalten können.

Der Schalksknecht
Der Schalksknecht hatte Grund, sich zu beschweren: Der Andere hat Unrecht an ihm getan. Obwohl es bei ihm nicht um Haus, Hof, Herden oder seine Gesundheit ging, sondern nur um eine Kleinigkeit, handelte er anders als Hiob, er klagte den Anderen an.

Wenn wir uns beschweren, so beschweren wir vor allem uns selbst. Während der Schalksknecht an der Schuld des Anderen festhielt, wanderte er ins Gefängnis. Er wurde Folterknechten übergeben. Ihre Namen waren Groll und Bitterkeit.

Ein Herz voller Groll und Bitterkeit macht krank. Hiobs Krankheiten werden so beschrieben: Appetitlosigkeit, Niedergeschlagenheit, Schwinden der Kräfte, Atemnot, Schatten vor den Augen, Ruhelosigkeit, Juckreiz, Geschwüre, krankhafte Veränderungen der Gesichtshaut, immerwährender Schmerz, schwarz werdende, sich schälende Haut und Fieber. Zumindest einige, wenn nicht alle Krankheiten lassen sich auch als Folge von Bitterkeit und Groll beschreiben. Ein bitteres Herz verbittert den Körper.

Mehr als das dringt ein Mundgeruch aus dem Schalksknecht und den Menschen, die nicht vergeben können. Bittere Worte entfahren ihnen erst bei jeder Gelegenheit, wo es um den Anderen geht. Später kommen nur noch bittere Worte gegen alles und jeden aus ihrem Mund. Sie werden zu einem unangenehmen Zeitgenossen und wie Hiob müssen sie sagen: „Alle meine Getreuen verabscheuen mich, und die ich lieb hatte, haben sich gegen mich gewandt.“ (Hiob 19,19)

Das alles ist nicht zuerst als eine Strafe Gottes zu verstehen. Es ist eine natürliche Konsequenz: Wenn wir an der Schuld des Anderen festhalten und den Groll und die Bitterkeit hegen, dann verbittert unser Leben.

Wendepunkt
Der Wendepunkt in Hiobs Leben trat nicht ein, als Gott sich auf seine Seite und ihm recht gab. Wenn der Andere uns verletzt hat, dann suchen wir vor allem danach, recht zu bekommen. Manchmal wollen wir, dass dieses Rechthaben Konsequenzen hat. Wir wollen nicht, dass der Sturm sich legt, sondern dass sich das Schicksal gegen den Anderen wendet. Wir wollen, dass der Andere sieht, wie wir leiden. Wir wollen, dass er spürt, wie wir gelitten haben. Es muss Recht geschehen, auch wenn die Welt dabei zugrunde geht. Es ist vor allem unsere eigene Welt und unser eigenes Leben, das dabei zugrunde geht.

Anderen nicht zu vergeben, steckt in uns in ein Gefängnis, packt uns unter die Fuchtel zweier Folterknechte, Groll und Bitterkeit, und richtet am Ende unser Leben und unsere Welt zugrunde. An diesem Zustand angekommen sind wir voller Anklage gegen Gott und die Welt. Wir wollen diesem Gefängnis und dem Siechtum entfliehen und können es doch nicht. Manchmal reden wir dann von dämonischen Belastungen.

Wir können von Hiob lernen: Als er für seine Freunde Fürbitte tat, da wandte der HERR sein Geschick. Wenn wir dem Anderen das Unrecht vergeben, dann können wir das Gefängnis und seine Folterknechte einfach hinter uns lassen.

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